Eine Rundreise zu den Höhepunkten des Baltikums ist eine gute Möglichkeit auf einer einzigen Reise viel über dieses relativ neue Stück Europa zu erfahren. Die Länder Estland, Lettland und Litauen entwickeln sich immer mehr zu touristischen Magnetfeldern an der Ostsee.
Wer sich zum ersten Mal für eine Rundreise durch das Baltikum entscheidet, wird in den dreit Hauptstädten Tallinn, Riga und Vilnius viel über die jeweils eigene Geschichte und Mentalität der Länder erfahren. Tallinn, Riga und Vilnius sind grundverschieden.
Tallinn – viel Geschichte und neueste Technik
Die 850 Jahre alte Hansestadt lässt jüngere Städte alt aussehen. Das hat sie 2011 als Europäische Kulturhauptstadt eindrucksvoll bewiesen. Die Teilnehmer einer Rundreise haben bei einem ersten geführten Rundgang mit ihrem Reiseführer Gelegenheit, sich einen Überblick über die estnische Hauptstadt zu verschaffen. Übliche Stopps sind dabei der Dom, das Alte Rathaus und die russisch-orthodoxe Alexander-Newski Kathedrale. Aber auch ein Spaziergang auf eigene Faust lässt Besucher viel von der Geschichte Tallinns erleben. Dicke Mauern und steinerne Wehrtürme umschließen noch heute Teile der Altstadt. Die Häuser mit ihren Spitzgiebeln erinnern nicht umsonst an norddeutsche Häuser. Tausende von Handwerkern aus Lübeck haben diese Häuser einst gebaut. Die touristischen Angebote in der Altstadt arbeiten bewusst mit dieser Geschichte, als Knappen verkleidete Studenten verkaufen Souvenirs und Burgfräulein werben für Restaurants. Und dann erlebt man vielleicht in einem absolut historischen Ambiente, wie sehr die Menschen in Estland gleichzeitig auch die neueste Technik lieben. Die gesamte Altstadt ist ein Hotspot, eine einzige große Zone mit drahtlosem Internetzugang, kostenlos.
Riga – auf der Überholspur
In Riga zeigt der Reiseführer den Teilnehmern der Rundreise das Schloss, die St. Petrikirche, das Kleine und das Große Gildehaus. Reisende, die auf eigene Faust durch die lettische Hauptstadt schlendern werden sehr schnell spüren, wie sehr sich das Baltikum verändert. Riga ist eine Stadt auf der Überholspur. Überall in der Stadt sind Baustellen zu sehen, in einigen Jahren wird die Stadt nicht wieder zu erkennen sein. Aber gleichzeitig gibt es wahrscheinlich nirgendwo so viel Jugendstil zu sehen, wie in Riga. 1856 ließ Zar Alexander II die alte Festung abtragen und breite Boulevards anlegen, dabei wurden ganze Straßenzüge mit überschwänglichem Fassadenschmuck verziert.
Vilnius – Kirchen und Weihrauch
Die Atmosphäre in Litauens Hauptstadt ist wesentlich unaufgeregter als in Riga. Bei einem geführten Stadtrundgang im Rahmen einer Rundreise werden meist der Gediminias-Turm, die griechisch wirkende Kathedrale und die Universität mit ihren italienisch inspirierten Innenhöfen gezeigt. Auch die Universitätsbibliothek ist ein architektonisches Meisterwerk und absolut sehenswert. Vilnius gilt auch als Stadt der Kirchen. Ständig läuten irgendwo Glocken, sei es russisch-orthodox oder katholisch. Wenn man auf eigene Faust durch die Altstadt möchte, sollte man sich auf jeden Fall einen Stadtplan besorgen. Das Gewirr der Gassen ist äußerst verwirrend. Vilnius galt früher als das Jerusalem des Nordens, fast die Hälfte der Einwohner waren Juden. 1939 wurde das jüdische Leben in der Stadt ausgelöscht. Inzwischen entwickelt sich wieder eine Gemeinschaft und es ist auch möglich, eine spezielle Führung zum Thema Jüdisches Leben in Vilnius zu buchen.
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